
Der US-amerikanische Stahlkonzern Worthington Steel hat die Bedingungen für die Übernahme des deutschen Stahlhändlers Klöckner & Co angepasst. Ursprünglich hatte Worthington eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent der Anteile angestrebt, doch nun wurde diese auf 57,5 Prozent gesenkt. Diese strategische Anpassung erfolgte, nachdem Worthington bereits 56,9 Prozent der Anteile erworben hatte. Die Annahmefrist für das Angebot wurde zudem bis zum 26. März verlängert, um den Aktionären mehr Zeit für ihre Entscheidung zu geben.
Klöckner & Co hat im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Marktumfeld eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses erzielt. Das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten stieg auf 171 Millionen Euro, nach 136 Millionen Euro im Vorjahr. Der Absatz konnte leicht auf 4,53 Millionen Tonnen gesteigert werden, während der Konzernumsatz preis- und währungsbedingt auf 6,4 Milliarden Euro zurückging. Das Konzernergebnis verbesserte sich signifikant auf minus 53 Millionen Euro gegenüber minus 176 Millionen Euro im Vorjahr.
Das Übernahmeangebot von Worthington Steel sieht einen attraktiven Angebotspreis von 11,00 Euro je Aktie für alle Klöckner-Aktionäre vor. Worthington betonte, weder den Angebotspreis zu erhöhen noch weitere Änderungen am Übernahmeangebot vorzunehmen. Von den bereits gesicherten 56,9 Prozent der Stimmen stammen 41,5 Prozent von Swoctem, der Gesellschaft, über die Klöckner-Großaktionär Friedhelm Loh seine Anteile verwaltet.
Die Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich mit 110 Millionen Euro im vierten Jahr in Folge deutlich im positiven Bereich. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 gibt Klöckner & Co einen positiven Ausblick. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vor, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Die Entwicklung der Übernahme durch Worthington Steel wird von Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt, da sie Auswirkungen auf die Struktur des europäischen Stahlhandels haben könnte.

Bachem hat für das Geschäftsjahr 2025 robuste Zahlen vorgelegt und die durchschnittlichen Analystenschätzungen beim Umsatz wie beim Ergebnis übertroffen. Der Pharmazulieferer setzte 695,1 Millionen Franken um, ein Plus von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr; in Lokalwährungen lag das Wachstum sogar bei 19,2 Prozent. Im ersten Halbjahr war das Unternehmen in Lokalwährungen noch um 34 Prozent gewachsen. Unter dem Strich erzielte Bachem einen Reingewinn von 148,8 Millionen Franken und damit knapp 24 Prozent mehr als 2024. Damit lag das Unternehmen rund 30 Millionen Franken über der Konsensschätzung.
Auch auf operativer Ebene legte Bachem zu. Der EBITDA stieg um 21,8 Prozent auf 214,7 Millionen Franken, die Marge verbesserte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 30,9 Prozent. Darin enthalten ist allerdings ein positiver Sondereffekt von 16,1 Millionen Franken aus der Standortentwicklung im Sisslerfeld sowie dem Verkauf eines Gebäudes in den USA. Bereinigt lag die EBITDA-Marge bei 28,6 Prozent und damit ungefähr auf Höhe der Markterwartungen. Aktionäre sollen an der Entwicklung teilhaben: Die Divende soll von 0,85 auf 0,90 Franken je Aktie erhöht werden.
Für Gesprächsstoff sorgt der Ausblick. Unter der neuen CEO Anne-Kathrin Stoller rückt Bachem von der bisher kommunizierten Marke eines Umsatzes von mindestens 1 Milliarde Franken ab, die 2026 erreicht werden sollte. Im aktuellen Communiqué wird dieses Mittelfristziel nicht mehr explizit erwähnt. Stattdessen stellt das Unternehmen für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum von 35 bis 45 Prozent in Aussicht, was einer Spanne von 938 Millionen bis 1,008 Milliarden Franken entspricht. Schafft Bachem den oberen Rand, wäre die bisherige Zielmarke zwar erreicht – die weniger pointierte Formulierung dürfte aber einige Investoren veranlassen, ihre Erwartungen zu justieren.
Operativ richtet Bachem die Organisation auf weiteres Wachstum aus. 2025 investierte der Konzern 332,6 Millionen Franken über alle Standorte hinweg; im laufenden Jahr sollen die Investitionen auf über 400 Millionen Franken steigen. Hintergrund sind unter anderem mehrere Grossaufträge von Herstellern der stark nachgefragten Medikamenten zur Gewichtsreduktion. Gleichzeitig treibt Bachem den Ausbau neuer Kapazitäten voran: Die erste Bauetappe des Gebäudes K wurde Ende 2025 von der Aufsichtsbehörde Swissmedic inspiziert und freigegeben. Das Unternehmen, das Peptid-basierte Wirkstoffe für Indikationen wie Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit liefert und parallel ein Standbein im Bereich Oligonukleotide aufbaut, setzt damit klar auf steigende Nachfrage – auch wenn es bei der kommunikativen Zuspitzung seiner Umsatzziele zurückhaltender geworden ist.