Vom Minus zum Plus: Wie Steuererträge Budgets in Baselland und Dietlikon drehen

26.03.2026


Der Kanton Basel-Landschaft und die Zürcher Gemeinde Dietlikon blicken auf ein deutlich besseres Rechnungsjahr 2025 zurück als geplant. Beide Abschlüsse profitieren in erster Linie von kräftigen Steuermehreinnahmen – insbesondere aus dem Immobilienbereich. Im Baselbiet resultiert ein Gewinn von 42 Millionen Franken statt des erwarteten Defizits, Dietlikon dreht sowohl in der politischen Gemeinde als auch in der Schulgemeinde ein budgetiertes Minus respektive einen kleineren Überschuss in klare Ertragsüberschüsse.

Im Kanton Baselland schliesst die Jahresrechnung 2025 um 98 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Statt eines noch im Vorjahr prognostizierten Defizits von 65 Millionen Franken steht nun ein Plus von 42 Millionen Franken in den Büchern. Treiber sind Steuermehreinnahmen von insgesamt 112 Millionen Franken. Besonders stark legten die Grundstückgewinnsteuer mit 74 Millionen Franken und die Handänderungssteuer mit 25 Millionen Franken zu. Auch die Einkommenssteuern natürlicher Personen lagen um 62 Millionen Franken über den Erwartungen, während die Erträge aus Unternehmenssteuern 55 Millionen Franken unter den Prognosen blieben.

Der Kanton nutzt die positiven Steuergelderträge, um finanzielle Altlasten zu reduzieren. So kann eine weitere Tranche des Bilanzfehlbetrags aus der Reform der Basellandschaftlichen Pensionskasse in Höhe von 56 Millionen Franken abgetragen werden. An der strukturellen Verschuldung ändert das jedoch wenig: Die Nettoschulden verharren bei 2,28 Milliarden Franken auf hohem Niveau. Die deutliche Abweichung zum Budget steht zudem im Schatten der letztjährigen Diskussion: Damals war anstelle eines angenommenen Minus von 60 Millionen Franken ein Gewinn von 157 Millionen Franken ausgewiesen worden, ausgelöst durch höhere Steuererträge und Verzögerungen bei der Verbuchung von Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern.

Auch Dietlikon profitiert von einer robusten Steuerbasis. Die politische Gemeinde schliesst bei einem Aufwand von 63,962 Millionen Franken und einem Ertrag von 69,651 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 5,689 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein geringes Defizit von 35'000 Franken. Im Aufwand sind Abschreibungen von rund 1,006 Millionen Franken infolge der Neubewertung des Verwaltungsvermögens (Restatement) enthalten. Die Mehreinnahmen stammen im Wesentlichen aus Steuern früherer Jahre, Quellensteuern und Grundstückgewinnsteuern.

Die Schulgemeinde Dietlikon verzeichnet bei einem Aufwand von 22,616 Millionen Franken und einem Ertrag von 24,844 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von 2,228 Millionen Franken. Auch hier wirken Abschreibungen aus dem Restatement von rund 0,493 Millionen Franken belastend auf den Aufwand, ohne den positiven Gesamteffekt zu schmälern. Gerechnet worden war lediglich mit einem Überschuss von 0,306 Millionen Franken. Damit übertrifft die Schulgemeinde ihr Budget deutlich, getragen vor allem von höheren Steuereinnahmen. Detaillierte Unterlagen zu den Dietliker Rechnungen sollen mit der Einladung zur Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2026 veröffentlicht werden.

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Cyberresilienz im Hochschulbetrieb: FHNW schützt 350 TB Daten mit Hybrid-Cloud-Ansatz

26.03.2026


Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) hat ihre IT-Infrastruktur umfassend modernisiert und setzt dabei auf eine Hybrid-Cloud-Lösung von Hitachi Vantara. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer IT-Dienstleister Sonio AG implementierte die Hochschule eine integrierte Architektur für Block- und Objektspeicher, die lokale Systeme und Cloud-Dienste verbindet. Ziel ist es, den stetig wachsenden Anforderungen an Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Sicherheit von Daten gerecht zu werden und die Resilienz gegenüber Cyber-Bedrohungen deutlich zu erhöhen.

Als eine der größten Fachhochschulen der Schweiz mit mehr als 14.000 Studierenden, 3.200 Mitarbeitenden und 57 Bachelor- und Masterstudiengängen ist die FHNW auf einen zuverlässigen Zugriff auf ihre IT-Ressourcen angewiesen. Die neue Dateninfrastruktur schützt nach Angaben der Hochschule mehr als 1.100 virtuelle Maschinen, rund 350 Terabyte an Daten sowie über 150 Terabyte an M365-Cloud-Daten. Mit der Kombination aus Veeam Backup & Recovery und Block-Storage-Arrays der Hitachi Virtual Storage Platform profitiert die FHNW von bis zu viermal schnelleren Backup-Übertragungen.

Ein zentrales Motiv für das Projekt war die Beschleunigung von Wiederherstellungsprozessen nach Datenverlusten oder Cybervorfällen. Ransomware-resistente Recovery-Vorgänge, die früher Tage in Anspruch nahmen, lassen sich nun innerhalb von Minuten abschließen. „Die Wiederherstellung gelöschter Daten war früher ein langwieriger, manueller Prozess, gebunden an kurze Aufbewahrungszeiten auf der Festplatte“, sagt Patrick Gebhard, System Engineer Data Center an der FHNW. Die frühere Methode zum Kopieren von Wiederherstellungspunkten habe sich als ineffizient erwiesen.

Mit der neuen Lösung kann die Hochschule nach eigenen Angaben die passenden Daten während interaktiver Support-Sitzungen innerhalb von Minuten bereitstellen. Der Ablauf sei schneller und reibungsloser geworden, was die Servicequalität und die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer spürbar verbessere. Die modernisierte, cyberresiliente Speicherarchitektur bildet damit das Rückgrat für Lehre, Forschung und Verwaltung an der FHNW und soll die Hochschule langfristig gegen Ausfälle und Angriffe absichern.