
Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park in Rust, erhöht zur Saison 2025/26 erneut seine Eintrittspreise. Wie der Park dem Portal „Merkur“ bestätigte, steigen die Ticketkosten um rund vier Prozent. Erwachsene zahlen in der Hauptsaison künftig 76 Euro statt bisher 73 Euro, Kinder 56,50 Euro statt 54 Euro. Damit setzt der Freizeitpark seine seit mehreren Jahren laufende Serie jährlicher Preisanhebungen fort.
Die Preiserhöhung betrifft sowohl Haupt- als auch Nebensaison. In der Nebensaison klettert der Preis für ein Tagesticket für Erwachsene von 64,50 auf 67 Euro. Für Kinder im Alter von vier bis elf Jahren werden dann 56,50 Euro in der Nebensaison und 65 Euro in der Hochsaison fällig. Senioren ab 60 Jahren zahlen die gleichen Tarife wie Kinder. Die genannten Preise gelten überwiegend für online erworbene Tickets. An den Tageskassen vor Ort wird in der Regel ein Aufschlag von 10 Euro erhoben, womit ein Spontanbesuch für einen Erwachsenen in der Hauptsaison bei rund 86 Euro liegen kann.
Als Gründe für die erneute Anpassung verweist die Parkleitung auf gestiegene Lohn- und Arbeitskosten, höhere Energiepreise sowie die allgemeine Inflation. Zusätzlich flössen kontinuierliche Investitionen in die Erweiterung des Angebots in die Kalkulation ein. Für 2026 ist die Eröffnung des 18. europäischen Themenbereichs „Monaco“ geplant. Die Mediensprecherin des Europa-Parks betont laut „Merkur“, der Park sei im internationalen Branchenvergleich trotz der höheren Preise weiterhin „sehr günstig“.
Für Besucher machen sich die Preissteigerungen deutlich bemerkbar. Eine vierköpfige Familie muss für einen Tagesbesuch in der Hauptsaison inzwischen mit 250 bis 300 Euro allein für die Tickets rechnen. Dabei ist der Trend nicht neu: 2022 kostete ein Tagesbesuch für Erwachsene je nach Saison noch 55 beziehungsweise 62 Euro, für Kinder 47 respektive 53,50 Euro. Auch im überregionalen Vergleich haben sich die Eintrittspreise in deutschen Freizeitparks in den vergangenen Jahren deutlich nach oben bewegt, wobei der Europa-Park seine Position als einer der preislich führenden Anbieter weiter festigt.

Die Aktien von Redcare Pharmacy und DocMorris haben innerhalb weniger Tage eine deutliche Erholung hingelegt. Nach einer längeren Talfahrt, in deren Verlauf Redcare auf ein Tief gefallen war, das seit 2019 nicht mehr erreicht wurde, legte die Online-Apotheke am Wochenanfang zunächst fast acht Prozent zu und setzte den Aufwärtstrend am Dienstag im frühen Xetra-Handel mit einem Plus von weiteren 4,6 Prozent fort. Insgesamt summiert sich der Anstieg bei Redcare in kurzer Zeit auf mehr als 20 Prozent. Die Papiere von DocMorris, dem Schweizer Wettbewerber, verteuerten sich zeitgleich um bis zu 10,5 Prozent beziehungsweise knapp sieben Prozent an der Zürcher Börse.
Getrieben wird die Rally an den Börsen gleich von zwei Faktoren. Zum einen kommt es zum Quartalsende zu verstärkten Eindeckungen von Leerverkäufen. Investoren, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt und sich dafür Aktien geliehen hatten, sehen sich angesichts der Kursanstiege gezwungen, diese Positionen zu schließen. Das führt zu zusätzlichen Kauforders im Markt und verstärkt den Aufwärtsdruck bei stark geshorteten Titeln wie Redcare und DocMorris. Marktbeobachter werten die aktuelle Bewegung daher als typischen Short-Squeeze-Effekt, der die Kursdynamik zeitweise deutlich erhöhen kann.
Zum anderen sorgen Reformvorschläge für das deutsche Krankenkassensystem für neue Fantasie im Sektor. Eine Expertenkommission hat insgesamt 66 Vorschläge zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorgelegt. Im Fokus der Investoren steht vor allem die angedachte Erhöhung der Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente für gesetzlich Versicherte. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sieht darin eine potenzielle Chance für Versandapotheken: Steigen die Eigenanteile der Patienten, dürfte der Anreiz wachsen, Preise zu vergleichen und von stationären Apotheken auf meist günstigere Online-Angebote zu wechseln.
Versandapotheken wie Redcare und DocMorris könnten von einer beschleunigten Verlagerung des Rezeptvolumens in den digitalen Kanal profitieren. Marktteilnehmer interpretieren die Kursreaktionen bereits als Signal, dass die Branche als Gewinner der Reformdiskussion gehandelt wird. Entscheidend bleibt jedoch, ob und wann die Empfehlungen der Kommission tatsächlich in Bundesrecht überführt werden. Bis dahin beruhen die Hoffnungen der Anleger auf regulatorischen Szenarien, die zwar wachstumsfördernd wirken könnten, derzeit aber noch nicht verbindlich beschlossen sind.