
Toyota Motor will in das Brennstoffzellen-Joint-Venture Cellcentric von Daimler Truck und der Volvo Group einsteigen und damit eine der prominentesten Allianzen in der Wasserstoffmobilität weiter ausbauen. Eine nun unterzeichnete unverbindliche Absichtserklärung sieht vor, dass der japanische Autokonzern im Zuge einer Kapitalerhöhung bei Cellcentric investiert und als dritter, gleichberechtigter Partner an Bord kommt. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Brennstoffzellensysteme insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge und andere Heavy-Duty-Anwendungen.
Mit dem Einstieg von Toyota soll Cellcentric technologisch und kommerziell deutlich an Schlagkraft gewinnen. Die drei Konzerne betonen, dass Wasserstoff und Brennstoffzellen eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Transportsektors spielen und batterieelektrische Antriebe ergänzen sollen. Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström sprach von einem wichtigen Schritt, um Wasserstoff im Transport "zur Realität" zu machen, während Volvo-Group-CEO Martin Lundstedt den geplanten Schulterschluss als Signal für Kunden, Zulieferer und das gesamte Ökosystem wertete. Toyota-Präsident Koji Sato verwies auf mehr als 30 Jahre Brennstoffzellen-Entwicklung im Pkw-Bereich, die nun mit der Expertise von Cellcentric im Nutzfahrzeugsektor gebündelt werden soll.
Geplant ist zudem, dass Toyota gemeinsam mit Cellcentric die Entwicklung und Produktion von Einzelzellen – der Kernkomponente von Brennstoffzellensystemen – verantwortet. Ziel der Partner ist es, technologisch wettbewerbsfähige und kosteneffiziente Produkte zu realisieren, um Brennstoffzellenantriebe im Schwerlastverkehr in den Massenmarkt zu führen. Cellcentric soll dabei als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen agieren. Außerhalb der Brennstoffzellenkooperation bleiben Daimler Truck, die Volvo Group und Toyota in ihren übrigen Geschäftsbereichen ausdrücklich Wettbewerber.
An der Börse rückten die Titel der beteiligten Konzerne in den Fokus, auch wenn der unmittelbare Kurseffekt begrenzt blieb. Im japanischen Handel schloss die Toyota-Aktie am Dienstag 1,92 Prozent schwächer bei 3.162 Yen. Die Unternehmen sehen die geplante Partnerschaft trotz kurzfristiger Marktbewegungen als langfristige strategische Investition in eine Wasserstoffwirtschaft, die insbesondere den Schwertransport auf dem Weg zu niedrigeren Emissionen unterstützen soll.

Das See-Spital in Horgen reorganisiert seine Finanzierung mit einem Sale-and-Lease-Back-Geschäft: Die Liegenschaft am Standort Horgen – Gebäude und Grundstück – wird an die auf Spitalimmobilien spezialisierte Infracore SA veräussert und im Rahmen eines langfristigen Mietvertrags zurückgemietet. Die von der an der SIX kotierten Beteiligungsgesellschaft Aevis Victoria kontrollierte Infracore wird damit neue Eigentümerin der Infrastruktur, während das See-Spital die bestehenden Flächen unverändert weiter nutzt.
Im Zentrum der Transaktion steht die Refinanzierung einer ausstehenden Anleihe des See-Spitals über 100 Millionen Franken, die am 3. Juli 2026 zur Rückzahlung fällig wird. Die Obligation war vor acht Jahren zur Finanzierung eines Neubaus aufgenommen worden. Durch den Verkauf der Liegenschaft und den anschliessenden Rückmietvertrag schafft das Spital nach eigenen Angaben eine solide Basis für die Ablösung der fälligen Schuld und stärkt seine finanzielle Basis.
Mit Infracore holt sich das See-Spital eine Partnerin mit ausgewiesener Erfahrung im Schweizer Spitalimmobilienmarkt an Bord. Das Portfolio des Immobilienunternehmens umfasst rund 47 Liegenschaften an 19 Standorten, darunter die Privatklinik Bethanien in Zürich und das Spital Zofingen. Der langfristige Mietvertrag soll den Spitalbetrieb in Horgen nachhaltig absichern; die medizinischen Leistungen können auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen, während immobilienbezogene Aufgaben bei Infracore gebündelt werden.
Strategisch eröffnet die Transaktion dem See-Spital zusätzlichen Spielraum: Durch die Freisetzung von gebundenem Kapital sollen Mittel für den Ausbau des medizinischen Angebots, Investitionen in medizintechnische Ausstattung und die weitere Digitalisierung bereitgestellt werden. Im Unterschied zu anderen Häusern im Kanton Zürich, die mit deutlich schwierigeren Refinanzierungsbedingungen konfrontiert sind, setzt das See-Spital damit frühzeitig auf eine strukturelle Lösung über den Immobilienmarkt, um seine langfristige Ausrichtung als Gesundheitscampus zu festigen.