
Die MCH Group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Profitabilität deutlich gesteigert und zugleich einen klar positiven Cashflow erzielt – obwohl der Messe- und Eventkonzern aus Basel in einem von Wechselkursschwankungen und Marktunsicherheiten geprägten Umfeld operierte. Der Betriebsertrag sank leicht um 1,4 Prozent auf 429,6 Millionen Franken, doch das operative Ergebnis legte markant zu: Das EBITDA kletterte gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent auf 51,2 Millionen Franken. Der EBIT verdoppelte sich nahezu auf 27,3 Millionen Franken.
Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 18,6 Millionen Franken nach 3,0 Millionen Franken im Jahr 2024. Eine Dividende ist wie bereits im Vorjahr nicht vorgesehen. Die Gruppe führt den deutlichen Ergebnisanstieg vor allem auf einen stärkeren Fokus auf margenstärkere Aktivitäten und ein verbessertes Betriebsmodell zurück. Zu konstanten Wechselkursen wuchs der Umsatz um 2 Prozent, während negative Währungseffekte von rund 13 Millionen Franken sowie Effekte im Eventzyklus die ausgewiesenen Erlöse belasteten.
Die Cash-Generierung drehte mit einem Netto-Cashflow von 30,4 Millionen Franken klar ins Positive, nachdem im Vorjahr noch ein Abfluss verzeichnet worden war. Einen wichtigen Beitrag lieferte der Verkauf der Liegenschaft im zürcherischen Effretikon, der einen Mittelzufluss von 14 Millionen Franken brachte. Das operative Kerngeschäft steuerte trotz gezielter Investitionen in neue Plattformen wie den health.tech | global summit und das Futurific Institute einen Netto-Cashflow von 16 Millionen Franken bei.
Operativ blieb Art Basel der zentrale Wachstumstreiber der MCH Group. Die vier Art-Basel-Messen in Basel, Hongkong, Paris und Miami Beach zogen jeweils zwischen rund 73'000 und 91'000 Besucherinnen und Besucher an und wurden durch neue Initiativen sowie internationale Expansion weiter gestärkt. Im Bereich Exhibitions & Events realisierte die Gruppe zahlreiche Eigen- und Gastveranstaltungen mit insgesamt über 680'000 Teilnehmenden. Als Gastgeberin der offiziellen Side-Events im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest begrüsste MCH über 340'000 Gäste. Einen konkreten quantitativen Ausblick für 2026 gibt das Unternehmen nicht, kündigt aber an, die Wachstumsstrategie fortzusetzen, die internationale Positionierung zu stärken und das Portfolio globaler Plattformen weiter auszubauen.

Die Migros hat 2025 einen Rekordgewinn ausgewiesen – angetrieben vor allem durch den Verkauf mehrerer Tochterfirmen. Der Reingewinn sprang auf 1,1 Milliarden Franken, nach 419 Millionen im Vorjahr. Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte auf 1,2 Milliarden Franken, von zuvor 484 Millionen. Laut Mitteilung des Konzerns sind die ausserordentlichen Erträge aus Unternehmensverkäufen der zentrale Treiber dieses Ergebnissprungs.
Im Zuge des grössten Konzernumbaus ihrer Geschichte hat sich die Migros in den vergangenen Jahren von einer Reihe von Randgeschäften getrennt. Bereits 2024 belasteten Restrukturierungen und Abschreiber das Ergebnis um 440 Millionen Franken, unter anderem durch den Ausstieg aus dem Fachmarktgeschäft mit Marken wie SportX, Melectronics, Bikeworld, Do it + Garden, Obi, Micasa, Misenso und Bestsmile. 2025 folgten der Verkauf der Kosmetiksparte Mibelle sowie der Vollzug des Verkaufs des Reiseveranstalters Hotelplan Group.
Diese Schritte beschleunigten 2025 den EBIT durch Einmaleffekte um insgesamt 400 Millionen Franken. Ohne Sondereinflüsse zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Der bereinigte Betriebsgewinn ging auf 812 Millionen Franken zurück, nach 924 Millionen im Vorjahr. Auch im operativen Kerngeschäft steht der Konzern unter Druck. Die Migros verlor Marktanteile an die Konkurrenz, während sie gleichzeitig im Supermarktgeschäft mit Preissenkungen um rund 500 Millionen Franken pro Jahr ihre Position halten will. Ein Teil dieses Volumens spiegelt sich erst zeitversetzt im Ergebnis 2025, da die Preissenkungen gestaffelt eingeführt werden.
Strategisch richtet sich der Konzern nach Abschluss des Konzernumbaus auf ein schlankeres Portfolio aus. Künftig fokussiert sich die Migros auf die Bereiche Detailhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheit. Das Supermarktgeschäft bezeichnet sie trotz des Wettbewerbs- und Preisdrucks als „stabil“. 2025 sank der Gruppenumsatz um 1,9 Prozent auf 31,9 Milliarden Franken, wobei in der Zahl noch Anteile verkaufter Unternehmen enthalten sind, was den Vergleich mit dem Vorjahr erschwert. Operativ setzt die Migros weiter auf Expansion: Im vergangenen Jahr wurden 13 neue Filialen eröffnet, bis 2030 sollen es 140 sein. Damit dürfte auch der Personalbestand, der derzeit im Durchschnitt bei 91’689 Mitarbeitenden liegt, weiter steigen.