Markenwende in Bern: On erhält grünes Licht für Schweizerkreuz auf Asien-Sneakern

26.03.2026


Der Zürcher Laufschuhhersteller On hat in einem langjährigen Streit um die Nutzung des Schweizerkreuzes einen entscheidenden Erfolg erzielt. Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) lockert seine bisher strenge Praxis zu den sogenannten Swissness-Regeln und erlaubt künftig den Einsatz des Kreuzes auch dann, wenn ein Produkt nicht in der Schweiz gefertigt, sondern lediglich hier entwickelt wird. Damit ändert sich eine bisher zentrale Voraussetzung: Bislang mussten bei Industrieprodukten 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, um das nationale Symbol führen zu dürfen.

Auslöser des Konflikts war, dass On seine Schuhe überwiegend in Asien produziert, viele Modelle aber prominent mit dem Schweizerkreuz versehen hatte. Die Vereinigung Swiss Enforcement, die auf die Einhaltung der Swissness-Bestimmungen pocht, sah darin einen Verstoss und bekämpfte die Praxis seit Jahren. On wehrte sich vehement, drohte mit juristischen Schritten und sah sich zuletzt auch international unter Druck – der Streit eskalierte bis nach China, wo es zu Auseinandersetzungen mit Behörden kam.

Mit dem jetzigen Kurswechsel definiert das IGE klare Bedingungen für den künftigen Einsatz des Schweizerkreuzes. Das Symbol muss in direktem Zusammenhang mit Begriffen wie „Swiss Engineering“ stehen und darf die Grösse des entsprechenden Schriftzugs nicht überschreiten. Zudem wird präzise festgelegt, wo das Kreuz auf dem Produkt erscheinen darf. Ziel ist es, die Herkunfts- und Qualitätsaussage zu schärfen, ohne Unternehmen mit starker Entwicklungsbasis in der Schweiz von der Nutzung nationaler Symbole auszuschliessen.

On begrüsst die Anpassung als Ausdruck eines „zeitgemässen Verständnisses von Swissness“, das der Realität moderner Wertschöpfungsketten Rechnung trage. Das Unternehmen beschäftigt einen grossen Entwicklungsstandort in Zürich und will das Kreuz nun zeitnah auf Modellen für den Schweizer Markt einsetzen. An der Börse kommt die neue Rechtssicherheit gut an: Die Aktie legte im Tagesverlauf deutlich zu. Für die Branche insgesamt markiert der Entscheid eine Weichenstellung – er erweitert den Spielraum für exportorientierte Firmen, stösst aber auch auf Kritik von Swissness-Puristen, die in der Lockerung eine zu weitgehende Verwässerung des Herkunftslabels sehen.

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Vom Minus zum Plus: Wie Steuererträge Budgets in Baselland und Dietlikon drehen

26.03.2026


Der Kanton Basel-Landschaft und die Zürcher Gemeinde Dietlikon blicken auf ein deutlich besseres Rechnungsjahr 2025 zurück als geplant. Beide Abschlüsse profitieren in erster Linie von kräftigen Steuermehreinnahmen – insbesondere aus dem Immobilienbereich. Im Baselbiet resultiert ein Gewinn von 42 Millionen Franken statt des erwarteten Defizits, Dietlikon dreht sowohl in der politischen Gemeinde als auch in der Schulgemeinde ein budgetiertes Minus respektive einen kleineren Überschuss in klare Ertragsüberschüsse.

Im Kanton Baselland schliesst die Jahresrechnung 2025 um 98 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Statt eines noch im Vorjahr prognostizierten Defizits von 65 Millionen Franken steht nun ein Plus von 42 Millionen Franken in den Büchern. Treiber sind Steuermehreinnahmen von insgesamt 112 Millionen Franken. Besonders stark legten die Grundstückgewinnsteuer mit 74 Millionen Franken und die Handänderungssteuer mit 25 Millionen Franken zu. Auch die Einkommenssteuern natürlicher Personen lagen um 62 Millionen Franken über den Erwartungen, während die Erträge aus Unternehmenssteuern 55 Millionen Franken unter den Prognosen blieben.

Der Kanton nutzt die positiven Steuergelderträge, um finanzielle Altlasten zu reduzieren. So kann eine weitere Tranche des Bilanzfehlbetrags aus der Reform der Basellandschaftlichen Pensionskasse in Höhe von 56 Millionen Franken abgetragen werden. An der strukturellen Verschuldung ändert das jedoch wenig: Die Nettoschulden verharren bei 2,28 Milliarden Franken auf hohem Niveau. Die deutliche Abweichung zum Budget steht zudem im Schatten der letztjährigen Diskussion: Damals war anstelle eines angenommenen Minus von 60 Millionen Franken ein Gewinn von 157 Millionen Franken ausgewiesen worden, ausgelöst durch höhere Steuererträge und Verzögerungen bei der Verbuchung von Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern.

Auch Dietlikon profitiert von einer robusten Steuerbasis. Die politische Gemeinde schliesst bei einem Aufwand von 63,962 Millionen Franken und einem Ertrag von 69,651 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 5,689 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein geringes Defizit von 35'000 Franken. Im Aufwand sind Abschreibungen von rund 1,006 Millionen Franken infolge der Neubewertung des Verwaltungsvermögens (Restatement) enthalten. Die Mehreinnahmen stammen im Wesentlichen aus Steuern früherer Jahre, Quellensteuern und Grundstückgewinnsteuern.

Die Schulgemeinde Dietlikon verzeichnet bei einem Aufwand von 22,616 Millionen Franken und einem Ertrag von 24,844 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von 2,228 Millionen Franken. Auch hier wirken Abschreibungen aus dem Restatement von rund 0,493 Millionen Franken belastend auf den Aufwand, ohne den positiven Gesamteffekt zu schmälern. Gerechnet worden war lediglich mit einem Überschuss von 0,306 Millionen Franken. Damit übertrifft die Schulgemeinde ihr Budget deutlich, getragen vor allem von höheren Steuereinnahmen. Detaillierte Unterlagen zu den Dietliker Rechnungen sollen mit der Einladung zur Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2026 veröffentlicht werden.