
Der Welthandel zeigt sich 2026 widerstandsfähiger als viele Ökonomen zu Jahresbeginn erwartet hatten. Die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf hat ihre Prognose für das Wachstum im Warenhandel deutlich nach oben revidiert – von bislang 1,9 Prozent auf nun 3,9 Prozent. Im kommenden Jahr rechnet die Organisation mit einem weiteren Anstieg um 4,1 Prozent, nach einem Plus von 4,6 Prozent im Vorjahr. Angesichts zahlreicher geopolitischer Spannungen und Lieferkettenstörungen wertet die WTO die neue Prognose als Signal für eine robuste Anpassungsfähigkeit des globalen Handelssystems.
Treiber des unerwartet starken Wachstums ist nach WTO-Angaben vor allem der weltweite Investitionsschub in künstliche Intelligenz. Die hohe Nachfrage nach Halbleitern, Rechenzentren und digitaler Infrastruktur habe im ersten Halbjahr 2026 einen Großteil des Zuwachses im Warenhandel erklärt. Vor allem Komponenten für Hochleistungsrechner sowie Ausrüstung für den Ausbau von Datenzentren und Netzen sorgten in diesem Segment für Dynamik. Damit verschiebt sich das Gewicht im Welthandel weiter in Richtung technologiegetriebener Güter.
Gleichzeitig wirkt das Jahr 2026 auf den Energie- und Rohstoffmärkten wie ein Stresstest für die globalen Lieferketten. Die zeitweise Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus im Zuge des Nahostkonflikts belastete insbesondere den Handel mit Rohöl, Flüssigerdgas (LNG) und Düngemitteln. Nach WTO-Daten gingen die Rohölexporte aus dem Nahen Osten in der ersten Jahreshälfte um rund 24 Prozent zurück, die LNG-Ausfuhren sanken sogar um 47 Prozent. Dennoch begrenzten alternative Anbieter und Umleitungen über andere Häfen den globalen Einbruch: Weltweit reduzierten sich die Rohölexporte im gleichen Zeitraum nur um etwa sechs Prozent, bei LNG lag das Minus bei rund einem Prozent.
Auch der Markt für stickstoffhaltige Düngemittel zeigte sich anpassungsfähig. Die weltweiten Importe lagen der WTO zufolge lediglich 2,8 Prozent unter den jüngsten Durchschnittswerten. Umleitungen von Lieferströmen sowie der verstärkte Einsatz alternativer Bezugsquellen hätten dazu beigetragen, stärkere Verwerfungen zu verhindern, heißt es aus Genf. WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala sieht in den aktuellen Zahlen einen Beleg dafür, dass Unternehmen und Staaten seit den Schocks der vergangenen Jahre ihre Beschaffungsstrategien breiter aufgestellt haben und Lieferketten dadurch weniger anfällig reagieren.
Die jüngste Prognoseanhebung unterstreicht vor allem den fortschreitenden Strukturwandel im Welthandel: Während traditionelle Energierohstoffe unter Druck stehen, stabilisieren technologieintensive Güter die globale Handelsbilanz. Die WTO verweist zugleich darauf, dass die positive Dynamik stark von anhaltend hohen Investitionen in digitale Infrastruktur und KI abhängt – und damit von einem Umfeld, in dem Unternehmen trotz geopolitischer Unsicherheiten bereit sind, weiter in Zukunftstechnologien zu investieren.

Während die Dieselpreise in Teilen Italiens neue Höchststände erreichen, zeichnet sich in Luxemburg eine spürbare Entspannung ab – und in Deutschland profitieren Autofahrer nur eingeschränkt von Steuererleichterungen. In Südtirol kletterte der Dieselhöchstpreis in Bozen Medienberichten zufolge auf 2,288 Euro pro Liter und lag damit am Mittwoch über dem Durchschnitt auf den italienischen Autobahnen. Dort wurden im Schnitt 2,287 Euro pro Liter Diesel fällig. Im gesamtstaatlichen Vergleich ist Südtirol damit weiterhin Spitzenreiter bei den Preisen.
Auch in anderen italienischen Regionen zogen die Dieselpreise deutlich an. In Trient stieg der Selbstbedienungspreis auf 2,274 Euro pro Liter, ein Anstieg um 1,1 Cent binnen eines Tages. Die stärksten Preissprünge wurden jedoch nicht in den teuersten Regionen verzeichnet, sondern im Nordosten und im Westen des Landes: In Friaul verteuerte sich ein einmaliges Volltanken von 50 Litern Diesel um 1,25 Euro, in Ligurien um 1,20 Euro, im Latium um 1,15 Euro. Auf den Autobahnen wurden Tagesanstiege von bis zu zwei Cent je Liter registriert. Der Präsident der nationalen Verbraucherunion, Massimiliano Dona, wirft der Regierung in Rom vor, zu wenig gegen die Preisanstiege zu unternehmen, und warnt vor möglichen Folgen für die Inflation.
Parallel dazu zeigt sich in Luxemburg ein gegenteiliger Trend. Dort wird Diesel nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ab Mitternacht um 6,2 Cent je Liter günstiger und kostet dann 1,995 Euro. Damit fällt der Preis unter die Marke von zwei Euro. Die Benzinsorten Super 95 und Super 98 bleiben stabil bei 1,837 Euro beziehungsweise 2,049 Euro je Liter. Auch Heizöl wird in Luxemburg billiger: Bei Abnahme von mindestens 1.500 Litern sinkt der Literpreis am Mittwoch ebenfalls um 6,2 Cent auf 1,477 Euro. Der Großherzogtum bewegt sich damit preislich klar unter dem Niveau vieler Regionen in Italien.
In Deutschland wiederum kommt eine bereits beschlossene Steuerentlastung für Autofahrer nur begrenzt an. In Sachsen-Anhalt senkte die Bundesregierung vor rund einer Woche die Steuern auf Kraftstoffe um 17 Cent pro Liter. Laut dem Portal Benzinpreis-blitz kostete Super E10 am Mittwochnachmittag im Landesdurchschnitt 2,12 Euro pro Liter und damit lediglich rund sieben Cent weniger als am Nachmittag vor Inkrafttreten des Rabatts. Der Dieselpreis lag bei 2,19 Euro pro Liter, rund 15 Cent unter dem Vorkrisenniveau. Die Entlastung erreicht damit nicht vollständig die angekündigte Höhe, zudem spielt laut den Erhebungen die Uhrzeit eine wesentliche Rolle: Je nach Tageszeit fällt der Vorteil für Verbraucher unterschiedlich aus.
Im europäischen Vergleich entstehen damit deutliche Preisunterschiede für Dieselverbraucher. Während Italien mit Rekordständen in Teilen des Landes und spürbaren Tagesanstiegen im Fokus steht, nutzt Luxemburg den Spielraum für Preissenkungen. Deutschland versucht, über Steuersenkungen gegenzusteuern, bislang mit begrenzter Durchschlagskraft an der Zapfsäule. Für Verbraucher bleibt das Umfeld volatil – und die Frage, in welchem Umfang staatliche Eingriffe und Marktbewegungen künftig tatsächlich im Portemonnaie der Autofahrer ankommen.