
Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG setzt inmitten eines anhaltenden Trends zur Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer ein anderes Signal und investiert am Heimatstandort. In St. Martin im Innkreis soll auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern ein neues Werk entstehen, das sich auf die Fertigung großflächiger Strukturbauteile für Passagierflugzeuge spezialisiert. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 120 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben können durch das Projekt bis zu 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Der Ausbau fügt sich in ein Branchenumfeld, das sich laut einer im Juni 2025 veröffentlichten KPMG-Studie zur Luft- und Raumfahrtindustrie in einer Phase tiefgreifender Transformation befindet. Demnach investieren Unternehmen verstärkt in Innovation, Digitalisierung und Forschung, um die Entwicklung der nächsten Flugzeuggeneration zu beschleunigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig rückt der Aufbau widerstandsfähiger, technologisch moderner Lieferketten in den Vordergrund, um besser auf steigende Nachfrage und volatile Rahmenbedingungen reagieren zu können.
FACC hatte den Ausbau am 17. März bekanntgegeben. Dem Projektplan zufolge soll der Bau des neuen Werks Ende 2026 starten, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 vorgesehen. Die Vollausbaustufe will das Unternehmen bis Ende 2029 erreichen. Die neue Produktionsstätte wird direkt an das bestehende Werk in St. Martin im Innkreis angeschlossen und erweitert damit den bestehenden Standort zu einem größeren Industriecluster für Strukturkomponenten.
Die KPMG-Studie hebt die wachsende Rolle spezialisierter Zulieferer als zentralen Wertschöpfungstreiber der Luftfahrtbranche hervor. Kürzere Entwicklungszyklen, neue Technologien und höhere Effizienz werden dabei als entscheidende Faktoren genannt. Vor diesem Hintergrund positioniert sich FACC mit der Investition als Akteur, der auf heimische Fertigung, den Ausbau technologisch moderner Produktionsstrukturen und zusätzliche Kapazitäten für künftige Flugzeuggenerationen setzt. Im Konzept für das neue Werk ist nach Unternehmensangaben auch Raum für Forschung und Entwicklung vorgesehen, um den Anschluss an die dynamische Branchenentwicklung zu sichern.

Die ETH Zürich siedelt ihr neues Erdbeobachtungszentrum «ETH Swiss GeoLab» im D4 Business Village in Root im Kanton Luzern an. Ausschlaggebend für den Entscheid waren laut der Hochschule sofort verfügbare und skalierbare Flächen, die gute ÖV-Anbindung an Zürich sowie das unternehmerische Umfeld mit dem benachbarten Technopark Luzern. Mit dem Zentrum baut die ETH eine ausserhalb von Zürich angesiedelte Plattform auf, die Forschung und anwendungsorientierte Projekte im Bereich Erdbeobachtung bündeln soll.
Der Aufbau des GeoLab erfolgt gestaffelt. Zunächst nimmt ein Kernteam um Geschäftsführer Felix Seidel die Arbeit in Luzern auf, bevor bis etwa 2030 rund 100 Expertinnen und Experten projektbasiert in Root tätig sein sollen. Das Zentrum wird Daten aus dem All, aus der Luft und vom Boden mit KI-gestützten Analysemethoden und Hochleistungsrechnern kombinieren. Im Fokus stehen praxisnahe Anwendungen, etwa zur Früherkennung von Naturkatastrophen oder für Prognosen landwirtschaftlicher Erträge.
Als erstes Pilotprojekt ist die Früherkennung von Massenbewegungen wie Fels- und Bergstürzen geplant, gestützt auf Satellitenbilder. Bestehende kantonale Warnsysteme sollen optimiert und auf den gesamten Alpenraum der Schweiz ausgeweitet werden. Damit zielt das GeoLab auf verbesserte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber in einem Land, das stark von Naturgefahren geprägt ist.
Ermöglicht wird das interdisziplinäre Kompetenzzentrum durch eine Spende der Jörg-G.-Bucherer-Stiftung in Höhe von 100 Millionen Franken, verbunden mit der Auflage, den Standort in der Region Luzern anzusiedeln. Das Interesse im Kanton war gross: Bei der Wirtschaftsförderung Luzern gingen 46 Bewerbungen ein, sieben Standorte kamen in die engere Auswahl und wurden im Januar von einer ETH-Delegation vor Ort geprüft. Der Kanton Luzern beteiligt sich zudem mit 2,8 Millionen Franken an der Infrastruktur. Wirtschafts- und FDP-Regierungsrat Fabian Peter spricht von einem Innovationscluster rund um Business Village und Technopark, von dem der Kanton und die gesamte Zentralschweiz profitieren sollen.