
Die deutschen Industrieunternehmen haben zu Beginn des Jahres einen deutlichen Rückgang bei den Auftragseingängen verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, fiel der Auftragseingang im Januar im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 11,1 Prozent. Diese Entwicklung übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich, die im Schnitt nur einen Rückgang um 4,3 Prozent prognostiziert hatten.
Zudem revidierte das Bundesamt die Daten für den Vormonat Dezember nach unten. Der zuvor gemeldete Anstieg des Auftragseingangs um 7,8 Prozent wurde auf nur noch 6,4 Prozent korrigiert. Im Jahresvergleich stieg der Auftragseingang im Januar um 3,7 Prozent, was jedoch ebenfalls unter den Erwartungen der Analysten lag, die einen deutlich stärkeren Zuwachs erwartet hatten.
Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland haben auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt. Enttäuschende Auftragseingangs- und Produktionsdaten in der größten Volkswirtschaft der Eurozone belasteten die europäische Gemeinschaftswährung. Die Entwicklung unterstreicht die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen die deutsche Industrie steht.
Die unerwartet schwache Entwicklung bei den Industrieaufträgen deutet auf eine anhaltende Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft hin. Analysten wurden von der Stärke des Auftragsdämpfers überrascht, was Fragen nach der weiteren konjunkturellen Entwicklung aufwirft. Die revidierten Dezemberdaten und der schwache Januar-Auftragseingang lassen auf eine volatilere Phase für die deutsche Industrie schließen, deren Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum noch zu beobachten sein werden.

Die Schweizer Aktien eröffnen den Handel am Donnerstag deutlich schwächer. Belastet wird der Markt vor allem von erneut stark steigenden Ölpreisen und der Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Berichte über Angriffe auf Tanker und die Schliessung von Ölterminals haben die Rohölpreise über die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel getrieben. Dieses Niveau schürt weltweit Inflationsängste und nährt Befürchtungen, dass die Zinsen länger hoch bleiben oder weiter steigen könnten.
Anlegern bietet die koordinierte Freigabe von Öl aus strategischen Reserven bislang kaum Orientierung. Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA) und der US-Regierung habe sich als «homöopathisches Beruhigungsmittel» entpuppt, das lediglich Symptome lindere, heisst es in einem Marktkommentar. Händler verweisen darauf, dass eine nachhaltige Entspannung erst mit der Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt rund um die Strasse von Hormus zu erwarten wäre. Bis dahin dürfte die ausgeprägte Volatilität im Energiesektor das Börsengeschehen weiter dominieren.
Zusätzlichen Druck bringt die US-Handelspolitik. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat neue Untersuchungen gegen eine breite Gruppe von Handelspartnern angekündigt, darunter China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weiterer Volkswirtschaften – auch die Schweiz steht auf der Liste. Ziel dieser Initiativen ist es, die sogenannten reziproken Zölle zu ersetzen, die zuletzt vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt worden waren. Die Rückkehr des Zollthemas auf die politische Agenda verstärkt die Verunsicherung an den Märkten.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Stimmung an den internationalen Börsen eingetrübt, die Kurstafeln sind überwiegend rot. In Zürich kommt hinzu, dass der SMI von einzelnen Schwergewichten zusätzlich gebremst wird: So werden etwa die Roche-Bons ex-Dividende gehandelt und ziehen den Leitindex überproportional nach unten. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, Energieschock und handelspolitischen Risiken auch in den kommenden Sitzungen eine zentrale Rolle zukommt – eine schnelle Rückkehr zu einem stabileren Umfeld ist aus heutiger Sicht nicht absehbar.