D4 Business Village gewinnt Zuschlag für ETH-Erdbeobachtungszentrum

30.03.2026


Die ETH Zürich siedelt ihr neues Erdbeobachtungszentrum «ETH Swiss GeoLab» im D4 Business Village in Root im Kanton Luzern an. Ausschlaggebend für den Entscheid waren laut der Hochschule sofort verfügbare und skalierbare Flächen, die gute ÖV-Anbindung an Zürich sowie das unternehmerische Umfeld mit dem benachbarten Technopark Luzern. Mit dem Zentrum baut die ETH eine ausserhalb von Zürich angesiedelte Plattform auf, die Forschung und anwendungsorientierte Projekte im Bereich Erdbeobachtung bündeln soll.

Der Aufbau des GeoLab erfolgt gestaffelt. Zunächst nimmt ein Kernteam um Geschäftsführer Felix Seidel die Arbeit in Luzern auf, bevor bis etwa 2030 rund 100 Expertinnen und Experten projektbasiert in Root tätig sein sollen. Das Zentrum wird Daten aus dem All, aus der Luft und vom Boden mit KI-gestützten Analysemethoden und Hochleistungsrechnern kombinieren. Im Fokus stehen praxisnahe Anwendungen, etwa zur Früherkennung von Naturkatastrophen oder für Prognosen landwirtschaftlicher Erträge.

Als erstes Pilotprojekt ist die Früherkennung von Massenbewegungen wie Fels- und Bergstürzen geplant, gestützt auf Satellitenbilder. Bestehende kantonale Warnsysteme sollen optimiert und auf den gesamten Alpenraum der Schweiz ausgeweitet werden. Damit zielt das GeoLab auf verbesserte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber in einem Land, das stark von Naturgefahren geprägt ist.

Ermöglicht wird das interdisziplinäre Kompetenzzentrum durch eine Spende der Jörg-G.-Bucherer-Stiftung in Höhe von 100 Millionen Franken, verbunden mit der Auflage, den Standort in der Region Luzern anzusiedeln. Das Interesse im Kanton war gross: Bei der Wirtschaftsförderung Luzern gingen 46 Bewerbungen ein, sieben Standorte kamen in die engere Auswahl und wurden im Januar von einer ETH-Delegation vor Ort geprüft. Der Kanton Luzern beteiligt sich zudem mit 2,8 Millionen Franken an der Infrastruktur. Wirtschafts- und FDP-Regierungsrat Fabian Peter spricht von einem Innovationscluster rund um Business Village und Technopark, von dem der Kanton und die gesamte Zentralschweiz profitieren sollen.

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Redcare-Aktie erholt sich zweistellig – Markt spekuliert auf regulatorischen Rückenwind

01.04.2026


Die Aktien von Redcare Pharmacy und DocMorris haben innerhalb weniger Tage eine deutliche Erholung hingelegt. Nach einer längeren Talfahrt, in deren Verlauf Redcare auf ein Tief gefallen war, das seit 2019 nicht mehr erreicht wurde, legte die Online-Apotheke am Wochenanfang zunächst fast acht Prozent zu und setzte den Aufwärtstrend am Dienstag im frühen Xetra-Handel mit einem Plus von weiteren 4,6 Prozent fort. Insgesamt summiert sich der Anstieg bei Redcare in kurzer Zeit auf mehr als 20 Prozent. Die Papiere von DocMorris, dem Schweizer Wettbewerber, verteuerten sich zeitgleich um bis zu 10,5 Prozent beziehungsweise knapp sieben Prozent an der Zürcher Börse.

Getrieben wird die Rally an den Börsen gleich von zwei Faktoren. Zum einen kommt es zum Quartalsende zu verstärkten Eindeckungen von Leerverkäufen. Investoren, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt und sich dafür Aktien geliehen hatten, sehen sich angesichts der Kursanstiege gezwungen, diese Positionen zu schließen. Das führt zu zusätzlichen Kauforders im Markt und verstärkt den Aufwärtsdruck bei stark geshorteten Titeln wie Redcare und DocMorris. Marktbeobachter werten die aktuelle Bewegung daher als typischen Short-Squeeze-Effekt, der die Kursdynamik zeitweise deutlich erhöhen kann.

Zum anderen sorgen Reformvorschläge für das deutsche Krankenkassensystem für neue Fantasie im Sektor. Eine Expertenkommission hat insgesamt 66 Vorschläge zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorgelegt. Im Fokus der Investoren steht vor allem die angedachte Erhöhung der Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente für gesetzlich Versicherte. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sieht darin eine potenzielle Chance für Versandapotheken: Steigen die Eigenanteile der Patienten, dürfte der Anreiz wachsen, Preise zu vergleichen und von stationären Apotheken auf meist günstigere Online-Angebote zu wechseln.

Versandapotheken wie Redcare und DocMorris könnten von einer beschleunigten Verlagerung des Rezeptvolumens in den digitalen Kanal profitieren. Marktteilnehmer interpretieren die Kursreaktionen bereits als Signal, dass die Branche als Gewinner der Reformdiskussion gehandelt wird. Entscheidend bleibt jedoch, ob und wann die Empfehlungen der Kommission tatsächlich in Bundesrecht überführt werden. Bis dahin beruhen die Hoffnungen der Anleger auf regulatorischen Szenarien, die zwar wachstumsfördernd wirken könnten, derzeit aber noch nicht verbindlich beschlossen sind.