Midea bringt die „Agentic Factory Overseas Expansion Solution" auf den Markt und markiert damit eine neue Etappe für die Globalisierung chinesischer Unternehmen

15.06.2026

FOSHAN, China, 15. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Am 9. Juni 2026 stellte die Midea Group ihre „Agentic Factory Overseas Expansion Solution" vor. Aufbauend auf der Umgestaltung ihres Waschmaschinenwerks in Jingzhou, das im August 2025 als weltweit erstes Werk die WRCA-Zertifizierung als „Agentic Factory" erhielt, hat Midea eine modulare, standardisierte und praxiserprobte Lösung auf den Markt gebracht. Sie umfasst interkulturelle Mitarbeiterschulungen und grenzüberschreitende Rückverfolgbarkeit der Lieferkette und wurde in 12 schnell reproduzierbare Module für den globalen Fabrikeinsatz zerlegt.

Full PV coverage at Midea Thailand Factory

Laut Deloitte hoffen 55 % der chinesischen Unternehmen, durch Expansion ins Ausland Wachstum zu erzielen.  Midea hat drei anhaltende Herausforderungen ermittelt: grenzüberschreitende Lieferketten über große Entfernungen, uneinheitliche Qualitätsstandards in den verschiedenen Exportmärkten sowie Schwierigkeiten beim Management multinationaler Belegschaften aufgrund von Unterschieden in Sprache, Kultur und Arbeitsvorschriften.

Die Lösung wurde im Midea-Kühlgerätewerk in Thailand validiert. Durch 72 KI-Anwendungen und 13 Hauptmodule in 25 Szenarien reduzierte das Werk die durchgängige Auftragsdurchlaufzeit um 43 %, senkte die Kundenbeschwerdequote um 32 % und verkürzte die Schulungs- und Zertifizierungszyklen für Mitarbeiter um 62 %, was zeigt, dass Chinas Fähigkeiten im Bereich der intelligenten Fertigung weltweit repliziert werden können.

Für die Mitarbeiterschulung führte Midea ein mehrsprachiges AIGC- und VR-Schulungssystem ein, wodurch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter von acht auf drei Tage verkürzt wurde. Zur Qualitätssicherung hat Midea eine siebenstufige VOC-zu-VOP-Qualitätslösung eingeführt, die auf einer Experten-Wissensdatenbank mit mehr als 12 Millionen qualitätsbezogenen Fällen basiert und es ermöglicht, Kundenbeschwerden innerhalb von Sekunden bis zu den Produktionslinien und den eigentlichen Ursachen zurückzuverfolgen.

Zur Stärkung der Lieferkettenresilienz entwickelte Midea einen grenzüberschreitenden KI-Agenten für die Lieferkette, der 35 Kernknoten in Echtzeit überwacht, wodurch die Reaktionszeit bei der Bearbeitung von Ausnahmesituationen von 48 Stunden auf unter 12 Stunden verkürzt und die Pünktlichkeitsrate bei der Ankunft von Rohstoffen bei über 96 % gehalten wird. In Verbindung mit der integrierten KD-Logistiklösung von Annto kann die Material-Kitting-Rate 99 % übersteigen.

Im Werk in Thailand konnte die Fehlerquote bei Fertigprodukten um 50 % gesenkt werden. Midea Cloud, KUKA, Annto, Hiconics, CLOU Electronics und Midea Building Technologies unterstützen die Kostensenkung und Effizienzsteigerung zusätzlich durch automatisierte Produktion, wiederverwendbare Verpackungen und integrierte Energiesparlösungen.

Midea hat außerdem das „Midea Go-Global Partner Program" eingeführt. Laut Simon Zhang, Vizepräsident und Chief Digital Officer der Midea Group, geht es bei dem Programm nicht nur um standardisierte Ausrüstung, sondern darum, die gesammelten Erfahrungen von Midea in praktische Anleitung und Unterstützung bei der Umsetzung umzuwandeln.

Dieses Modell der gemeinsamen Entwicklung hat bereits Ergebnisse gezeigt. Wuhan Honghai Technology schloss seine Kapazitätserweiterung in Thailand für 2024 – vom Aufbau der Infrastruktur bis zur Produktionsaufnahme – mit Unterstützung von Midea in fünf Monaten ab, und das Geschäftsvolumen in Thailand stieg 2025 um das 1,6-Fache. Xiamen Hexing Packaging, das seit 18 Jahren Partner von Midea ist, hat sich von einem inländischen Zulieferer zu einem globalen Partner entwickelt, Fabriken in Südostasien und Nordamerika errichtet und wurde 2025 in die Whitelist der globalen strategischen Partner von Midea aufgenommen.

Full automation powered by KUKA robots at Midea Thailand Factory

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Schweiz stimmt über Bevölkerungsdeckel ab – Freizügigkeit mit der EU unter Druck

15.06.2026

In der Schweiz entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Sonntag über eine weitreichende Begrenzung der Bevölkerungszahl. Zur Abstimmung steht eine Volksinitiative der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), die den Bestand des Landes bis 2050 auf höchstens zehn Millionen Einwohner festschreiben will. Derzeit leben rund 9,1 Millionen Menschen in der Alpenrepublik, darunter etwa 340.000 Deutsche. Die Auszählung der Stimmen beginnt mittags um 12.00 Uhr, Beobachter rechnen mit einem knappen Resultat.

Die SVP, stärkste Kraft im Schweizer Parlament, vermarktet ihren Vorstoß als «Nachhaltigkeitsinitiative». Sie verspricht, mit einer Begrenzung der Zuwanderung Probleme wie Staus auf den Straßen, überfüllte Busse und Bahnen, Wohnungsknappheit, hohe Mieten und steigende Kriminalität in den Griff zu bekommen. Ab einer Schwelle von 9,5 Millionen Einwohnern müsste die Politik nach dem Willen der Initianten konkrete Maßnahmen ergreifen, etwa die Asylvergabe einschränken und den Familiennachzug begrenzen. Nach heutigen Prognosen könnte diese Marke in den 2030er-Jahren erreicht werden.

Reichen diese Einschränkungen nicht aus, sieht die Initiative als weitere Option die Kündigung der vertraglich geregelten Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union vor. Das Abkommen ermöglicht Bürgern aus EU-Staaten bislang einen vergleichsweise einfachen Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Eine Aufkündigung hätte nicht nur Konsequenzen für Fachkräfte aus der EU, sondern könnte auch das Verhältnis zum wichtigsten Handelspartner des Landes belasten. Für Deutsche würde ein Ja zur Initiative den Weg zum Arbeiten und Leben in der Schweiz deutlich verkomplizieren.

Bundesrat und Regierungsparteien – mit Ausnahme der SVP – lehnen die Vorlage geschlossen ab. Die Regierung warnt davor, dass ein starrer Bevölkerungsdeckel strukturelle Probleme wie Fachkräftemangel und gesellschaftliche Überalterung nicht löse. Justizminister Beat Jans bezeichnete die Initiative als «leeres Versprechen» und verwies darauf, dass sie neue Unsicherheiten schaffe, ohne die Ursachen von Engpässen auf dem Wohnungs- und Infrastrukturmarkt anzugehen. Umfragen signalisierten lange eine Mehrheit für die Vorlage, zuletzt deutete sich jedoch eine Trendwende an. Angesichts früherer Volksabstimmungen, bei denen die tatsächlichen Ergebnisse zum Teil deutlich von den Erhebungen abwichen, bleibt der Ausgang jedoch offen.